Der Beruf der Kosmetikerin
Kategorie : Allgemein
Kosmetik wird bereits seit dem Altertum angewendet. Die vornehmen Menschen der frühen Hochkulturen legten großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres und benutzten dazu Duftwasser und Naturfarben als Schminke und zum Färben von Haaren und Fingernägeln. Auch wurden Dokumente gefunden, die Rezepte zur Linderung von Hautkrankheiten und zur Vorbeugung gegen Alterserscheinungen in Form von Falten überliefern. Dadurch konnten sich die wohlhabenden Menschen von der einfachen Bevölkerung abgrenzen und leicht Ihresgleichen erkennen. In der christlichen Welt verlor die Kosmetik im Mittelalter an Bedeutung. Es galt als unschicklich, sich zu schminken. Die Frauen sollten sich auf ihre inneren Werte besinnen. Im islamischen Teil der Welt wurden die kosmetischen Mittel hingegen unvermindert genutzt und weiterentwickelt. Erst in der Renaissance erlebten die Pflege- und Schönheitsmittel im Christentum ihre Wiedergeburt in Form von Puder, Perücken und Parfums.
In unserem Land begann die erste Berufsausbildung für Kosmetik bereits im Jahr 1912. Aufgrund des 1. Weltkrieges wurde diese Ausbildung jedoch nicht mehr weiter verfolgt und angeboten. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts boten namhafte Kosmetikkonzerne erneut die kosmetische Ausbildung als Weiterbildung verwandter Berufsgruppen wie beispielsweise für Friseure an. Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurde dieses Ausbildungs- und Berufsangebot wiederum unterbrochen. Beständigkeit in der Ausübung dieses Berufszweiges besteht hierzulande seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Damals waren es nur kurze Lehrgänge, die sich heute zu einer dreijährigen dualen Ausbildungszeit, die sich in Theorie und Praxis gliedert, entwickelt hat. Heute ist der Beruf Kosmetikerin nach dem Berufsbildungsgesetz staatlich anerkannt.
Die Praxis in diesem Beruf ist vielseitig. Die Kenntnis über die richtige Anwendung verschiedenster Behandlungen wie Hautreinigung und Gesichtspflege, die Pflege von Händen und Füßen, ganzheitliche Behandlungen, Bäder und Massagen gehören genauso dazu, wie die Kenntnis über einzelne Produkte und deren Wirkung. Zusätzlich kann die ausgebildete Fachkraft Hinweise zur richtigen Ernährung und Lebensweise geben, da diese auch eine große Rolle beim äußeren Erscheinungsbild und dem Wohlbefinden spielen. Neben den klassischen kosmetischen Anwendungen, wie zum Beispiel die klassischen Smokey Eyes, hat auch die Pflege und Gestaltung der Fingernägel inzwischen an Bedeutung gewonnen. Auch der Verkauf von Pflegeprodukten gehört zur Tätigkeit. Ausgeübt wird der Beruf in der Regel in kosmetischen Studios und Friseursalons, in Wellness-Bereichen von Hotels oder Schwimmbädern, in Kliniken und Praxen von Hautärzten sowie in Kur- und Rehabilitationseinrichtungen. Durch den direkten Umgang mit den Kunden sind großes Einfühlungsvermögen und ein gewisses Maß an Geschick erforderlich. Die Fachkraft muss in der Lage sein, die Individualität ihrer Kunden zu erkennen, um eine entsprechende Behandlung durchführen zu können. Die Berufsausübung ist jedoch auch in rein beratender Funktion in Drogerien oder Parfümerien möglich. Auch hier ist es wichtig, dass der jeweilige Typ der Kunden erfasst wird, um die richtigen Pflegeprodukte und das passende Make-up anbieten zu können. Auch die aktuellen Modetrends und neue Produkte und Behandlungsmethoden müssen stets Berücksichtigung finden.



